Monat: November 2018

Kunst und Politik im Garten

in Erinnerung an Erich Fried (6. Mai 1921 bis 22. November 1988)    Die Beziehung zwischen Kunst und Politik erscheint wie eine zwischenmenschliche Beziehung: sie zeigt sich in zahllosen Dimensionen. Es gibt jene, die die Kunst zu vereinnahmen versuchen, um ihre – meist menschenunwürdige – Politik zu betreiben. Dabei gehen Kunst und Politik eine Beziehung ein wie ein braver katholischer inzestuöser Familienvater mit seiner eignen Tochter, die von ihm zur Geburt von sieben künftigen Pensionszahlern gezwungen wird. Viele missbrauchte Dichter kommen bis zum heutigen Tag zu dem Schluss – wer schweigt, überlebt. Es gibt aber auch jene, die die Politik …

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Die Liebe eines Kindes und die Politik des Hasses

„Was ist das, eine Familie? Ein Mann, der seine Frau schlägt, der sein Kind quält? Nein, ehrlich, das soll ein bewundernswertes Modell sein?“   Die dreizehnjährige Gabrielle liebt ihre Eltern über alles. Diese sind seit fünfzehn Jahren miteinander verheiratet und haben Gabrielle adoptiert. Ihre Alltagsreflexionen erzählt Gabrielle in der Sprache eines freudestrahlenden Kindes, das in seiner Familie Geborgenheit erfahren darf. Durch ein neues Gesetz wird die glückliche Familie stigmatisiert, systematisch verfolgt und in ein Ghetto gezwungen. Gabrielles Eltern dürfen keinen Beruf mehr ausüben und das Ghetto nicht verlassen. Als sie ihrer geliebten Tochter ein Geburtstagsgeschenk machen wollen, riskieren die beiden …

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Ich bin eine Mathe-Schularbeit oder: die Schönheit meines Kopfes

Zu allen Zeiten und überall auf der Welt hat sich ein Teil der Männer und Frauen nach einer intimen Beziehung zu Menschen des eigenen Geschlechts gesehnt. (Robert Aldrich)   Wenn das Gute den Preis des Schlechten kostet – ist es dann noch gut? Ist das Streben nach Glück wirklich so vermessen? Staat und Kirche haben noch nie eine harmonische Ehe geführt und sind seit langem geschieden – warum streiten sie sich noch immer über das Sorgerecht, obgleich die Kinder schon erwachsen sind? Ich kann es nicht verhehlen: das Pathos solcher Fragen gefällt mir. Und zwar so gut, dass mich derartige …

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Unvergängliches im Angesicht der Vergänglichkeit

Die Liebesgeschichte zwischen Karsten und Roman ist eine, die sich gefügt hat. Die einfach so passiert ist. Die Harmonie hat sich mit großer Glaubwürdigkeit ihrer Leben angenommen und Schritt für Schritt eine gemeinsame Lebensgeschichte geschaffen. Das kleine Glück, das mit spürbarer Größe erzählt wird. Die Kleinigkeiten, die den Alltag auch der glücklichsten Paare immer wieder mal ergreifen, schleichen sich zunächst unscheinbar, aber mit immer bedrohlicheren Gesten in ihr Glück. Karsten verlegt seine Schlüssel, vergisst einen Termin und ringt immer öfter um Worte. Die Diagnose Alzheimer wirft das Paar ruckartig aus ihrer so umsichtig gestalteten kleinen Welt. Umso inniger klammern sie …

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