Monat: August 2019

Lesen und Leben oder: Wir alle sind Helden

Noch bevor ich in die Schule kam, brachte ich mir selbst das Lesen bei, indem ich meiner älteren Schwester bei ihren Hausaufgaben über die Schulter sah. Seit damals hat das Lesen für mich eine synonyme Bedeutung wie leben. Lesend lernte ich das Leben zu erkennen, zu ergreifen und zu genießen. Mit dieser Lektion über das Lesen kam auch bald die Leidenschaft fürs Schreiben. Denn dadurch vermochte ich das Leben auch zu erzählen. Ich erinnere mich an das Verfassen einer Kurzgeschichte 1988, ich war gerade mal zwölf Jahre alt. Damals konnte ich es kaum glauben, dass mein Deutschlehrer in der Musikhauptschule …

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Die unerklärliche Logik des Lebens

Ich mochte unsere Familie. Aber vielleicht steckt hinter dem Wort Familie ja überhaupt keine Logik. Um ganz ehrlich zu sein, Familie ist nicht immer so ein gutes Wort. (S. 50)   Das letzte Schuljahr ist beliebtes Sujet für Coming-of-age-Romane jeder Couleur. Für Geschichten, in denen oftmals einerseits manipulativ jugendliche Angst aufgebaut werden soll, was die ungewisse Zukunft betrifft, oder in denen naive Illusionen zu rosaroten Fantasy-Wattewolken der werden, in denen junge Menschen vor der Wirklichkeit versteckt werden sollen. „Die unerklärliche Logik meines Lebens“ (Thienemann, 2017) umschifft beide Klippen mit verblüffender narrativer Eleganz. Sal ist der Held dieser Geschichte und taumelt …

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