Monat: Juni 2020

Das eigentliche Verbrechen oder: die Unglaubwürdigkeit der „guten alten Werten“

Michael Reh ist ein international renommierter Fotograf und vermag auch beim Schreiben den richtigen Fokus auf sein Motiv zu finden. In diesem Fall dürfte es damit zusammenhängen, dass er eine autobiografisch inspirierte Geschichte erzählt. Sie beginnt mit einem Verbrechen. Nikolas erschlägt seine alte Tante Magda und seinen Onkel Erich. Sein vor vielen Jahren von seiner Familie geflohener Zwillingsbruder Max, der ein exzessives Leben als erfolgreicher Fotograf in New York führt, wird informiert. Max reist zurück in seine alte Heimat in der deutschen Provinz, um herauszufinden, was zu diesem Doppelmord geführt hat. Im Zuge der Aufklärung wird deutlich, dass das eigentliche …

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Mein Abschied von Sozialen Medien oder: die Sehnsucht nach Stille

Die 2010er Jahre waren auch für mich geprägt von einem Glauben. Dem Glauben an die Bedeutung jener Vernetzung, die andere mir als einzig wahre Möglichkeit suggerierten. Auch ich habe Soziale Medien aus nur einem Grund konsumiert. Weil alle es gemacht haben. Ich habe sie privat wie auch beruflich genutzt. Ich habe von einem Account zum nächsten geglaubt nichts sei so wichtig als Teil von etwas zu sein, das mir auch nach zehn Jahren nicht sympathischer wurde. Der Anspruch war Menschen näher zusammenzubringen. Zumindest habe ich das in meiner Einfalt so in Erinnerung. Wer glaubt, dass Soziale Medien diesen Anspruch erfüllen, …

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