Monat: März 2021

Der Blubberblasenblues oder: Wenn Literatur nicht länger Literatur sein darf

Ich habe die Inauguration von Joe Biden nur in Form einiger Schlagzeilen konsumiert. Ich bin zwar promovierter Amerikanist, aber der übliche amerikanische Pomp bei solchen Anlässen hat mich noch nie gereizt. Ich verspüre keine Lust dazu mich an Roben, Schmuck, Klatsch und schönen Frauen zu ergötzen. Weder an der Frisur von Michelle Obama, noch nicht einmal am stimmgewaltigen Auftritt Lady Gagas beim Singen der Nationalhymne. Nationalhymnen interessieren mich nämlich überhaupt nicht. Es ist mir auch vollkommen egal, ob Bernie Sanders Wollhandschuhe trägt oder nicht. Viel wichtiger ist mir eine Antwort auf die Frage, ob und wie Joe Biden und Kamala …

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Die Liebe zu Symbolen. Ein Entmystifizierungsversuch.

In diesen Tagen denke ich oft an die Stigmatisierungen zurück, die ich in meinem Leben schon erlebt habe. Ich erinnere mich an die Ängste, die ich als Teenager empfand, während ich es wagte, mich zu fragen, ob ich das Recht auf eine glückliche Zukunft habe. Ich schließe meine Augen und sehe mich wieder am Geländer einer Brücke stehen. Über einer Autobahn. Mit traurigem Blick in die Tiefe. Und ganz realer Todesangst in den Knochen. Weil ich aufgrund jahrzehntelanger Ignoranz meines Umfeldes, meiner Schule und der Medien der Meinung war, dass ich gar nicht existiere. Nicht existieren darf. Inzwischen sind 25 …

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