Blog

„Helden für immer“ auf der Shortlist für den DELIA Literaturpreis!

Feedback zu meinem Herzensprojekt geht mir naturgemäß zu Herzen. Ob via E-Mail oder Social-Media Nachrichten, für die sich Menschen extra Zeit nehmen, um mir mitzuteilen, wie sehr ihnen meine Geschichte von Felix und Kilian gefallen hat. Ob auf riesigen LGBT-Online-Netzwerken oder auf Queer Literatur Blogs. Ob in renommierten Literaturhäusern oder beim Rennen um Literaturpreise. Felix und Kilian berühren die Menschen und um nichts anderes ging es mir beim Schreiben. Hier einige der Reaktionen: Auf der Shortlist für den DELIA-Literatpreis! Seit kurzem steht fest, dass mein Roman „Helden für immer“ mit im Rennen um die Auszeichnung „bester deutschsprachiger Liebesroman“ ist! Ich …

Weiter lesen ...

Der schöne Schein und das scheinbar Schöne

Die vielschichtige Beziehung zwischen Europa und Amerika artikuliert sich immer wieder auch in Biografien literarischer Grenzgängerinnen und Grenzgänger wie etwa Henry James oder Edith Wharton, F. Scott Fitzgerald oder Gertrude Stein. In diese Reihe renommierter Namen von weltliterarischem Rang aus dem 19. und 20. Jahrhundert darf sich Edmund White gelassen für den Wechsel vom 20. ins 21. Jahrhundert einreihen. Er gilt zurecht als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller und hat lange in Europa gelebt und gearbeitet. Unter anderem hat er sich einen Namen als Biograf europäischer Kulturgrößen wie Marcel Proust, Jean Genet oder Arthur Rimbaud gemacht. In „Die Gaben der …

Weiter lesen ...

Gesungene Politik oder: Warum ich Unterschiede mag

Die Wiener Stadthalle wirkt wie ein utopischer Kinosaal der Siebziger Jahre. Der rubinrote Farbton am Boden, an den Wänden und an den Kinosesseln erweckt ein Wohlgefühl zwischen dem Unterhaltungsfaktor des neuesten Box Office Hits und einer notenfreien Vorlesung in internationaler Politik. Ganz ohne intellektuelle Selbstbeweihräucherung bei den üblichen komplexbeladenen Ritualen in versteckten Elfenbeinturmkämmerchen selbsternannter Eliten. Die Bühne ist so schlicht, dass keinerlei Ablenkung eine Distanz zwischen Publikum und Band zu schaffen vermag. Der schwarze Vorhang sorgt dafür, dass das Hauptaugenmerk sofort auf die Mitte der Bühne gerichtet wird, wo die Instrumente eine verblüffende Lässigkeit ausstrahlen. Der Eindruck einer aufgeräumten Garage …

Weiter lesen ...

Der Funken Prinzessin, der in jedem Prinzen schlummert

Die Geschichte eines Prinzen, der lieber eine Prinzessin sein möchte, ist die Geschichte eines Außenseiters, der eigentlich kein Außenseiter ist. Sondern eine Prinzessin. In einer bezaubernden und kindgerecht präsentierten Selbstverständlichkeit schildert dieses Bilderbuch einen Kampf um Identität, der kein Kampf sein muss. Wir machen ihn zum Kampf. Das hat aber mit uns zu tun. Und nichts mit der Prinzessin. Die eigentlich ein Prinz ist. Der viel lieber eine Prinzessin sein will. Hannibal ist der Held und die Heldin dieser Geschichte gleichermaßen und führt mit einer ausnehmend fröhlichen Motivation Geschlechterklischees ad absurdum. Denn die Schubladen, in die wir uns gegenseitig stecken, …

Weiter lesen ...

Erinnerung als Sand oder: der Boden unter den Füßen

Die IG Autorinnen und Autoren Tirol feierte kürzlich ihr 30jähriges Bestehen. Mit der Publikation einer Anthologie und einer Lesung. Unter dem Titel „Über die Jahre“ haben 47 Tiroler AutorInnen sich in Geschichten und Gedichten erinnert. An ganz besondere Wendepunkte, Ereignisse, Menschen, Erfahrungen. „Sie beobachten und reflektieren, sie vermengen Realität und Fiktion. Sie berichten und verdichten“ heißt es auf dem Buchrücken. Vom wunderen Sujet „Erinnerungen“ motiviert, durfte auch ich zwei Texte dazu beitragen. Meine beiden Gedichte „Zeit im Sand III“ und „Zeit im Sand V“ sind Auszüge eines kleinen lyrischen Zyklus, der den wichtigsten Wendepunkt in meinem Leben zum Thema hat. …

Weiter lesen ...

Die Liebe aus den Fugen oder: wer alles will, will nichts

Sven Hillenkamp ist Politologe, Soziologe und Historiker. Und er ist auf allen drei Ebenen auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Wie hält es die Gegenwart mit der Liebe?“ Die Antwort, die er in seinem viel diskutierten Buch „Das Ende der Liebe“ findet, klingt pessimistisch. Die Liebe hat ausgedient. Weil die Liebe nur noch zu dienen hat. Die globalisierte Gegenwart mit all ihren grenzenlosen Möglichkeiten führt sich dadurch selbst ad absurdum. Sie grenzt uns ein. Auf unsere grenzenlose Freiheit. Wir sind nur noch dabei, die Liebe zu versuchen und wissen beim Versuch, dass ein nächster Versuch noch besseres …

Weiter lesen ...

Kindheitserinnerungen oder: der unsichtbare Zauberer

Immer wieder kocht eine Erinnerung in mir hoch. Dann fällt mir eine Zeit in meinem Leben ein, in der ich ernsthaft glaubte, dass erwachsen zu sein auch wirklich erwachsen zu sein bedeutete. Wenn wir erwachsen sind, haben wir die Freiheit zu tun, was wir wollen. Wenn wir erwachsen sind, haben wir die Erfahrung, um es besser zu wissen. Wenn wir erwachsen sind, werden wir es richtig machen. Es hat nicht lange gedauert, bis ich begriff, wie naiv ich war. Irgendwann hörte ich auf zu glauben, verlor meine Naivität und lernte zu wissen. Dass der Glaube an einen unsichtbaren allmächtigen Zauberer, …

Weiter lesen ...

„Helden für immer“ und die Ehe für alle

Meine „Helden für immer“ lernen sich 1936 als junge Männer am Wiener Heldenplatz kennen und ich begleite sie in meinem Roman durch ihr ganzes gemeinsames Leben. Neben zahlreichen spannenden Wendepunkten in ihrer Geschichte vor dem Hintergrund der Veränderungen im 20. Jahrhundert stellt sich vor allem die Frage, ob sie noch zu ihren Lebenszeiten jene Freiheit erreichen werden, die wir heute unser Eigen nennen dürfen. Im Dezember 2017 verlautbarte der Österreichische Verfassungsgerichtshof, dass alle Paare – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – eine zivilrechtliche Ehe oder eine eingetragene Partnerschaft eingehen können. Ein ganzes Jahr hat die aktuelle rechtskonservative Regierung zusammen mit …

Weiter lesen ...

Leben und lernen oder: warum es gut ist, dass es gut ist

Im Frühjahr 2016 stand ich am Bahnhof und bekam wie aus dem Nichts Schweißausbrüche, Herzrasen und erste Anflüge einer Panikattacke. Im Zug saß ich überaus missmutig und ausgebrannt, mich selbst nur halbherzig beruhigend, und realisierte, dass ich mit Job, Nebenjob und Schreiben zwei Jahre lang ca. 80 Stunden in der Woche gearbeitet habe. Ein Ausflug nach Stockholm kurze Zeit später wurde zu einem lang überfälligen und heiß ersehnten Tapetenwechsel. Gemütliche Abende mit lieben Freundinnen und Freunden wurden wieder wichtiger für mich. Ich begann eine Therapie und fand eine ganz neue Qualität psychologischer Selbstvergewisserung. Veränderung beginnt als Klischee – nämlich in …

Weiter lesen ...

Die queere Macht der Solidarität

Nachdem sowohl in Deutschland Gleichstellung und somit auch rechtlicher Respekt erkämpft wurde als auch in Österreich die rechtskonservative Regierung in ihrem verzweifelten Versuch gescheitert ist, eine VGH Entscheidung zu unterminieren und nun auch Schwule und Lesben in der Alpenrepublik künftig eine zivilrechtliche Ehe eingehen dürfen, stellt sich einmal mehr die Frage, um welchen Kampf es sich handelt, wenn von Queer Wars die Rede ist. Angesichts der wenigen Jahrzehnte, in denen schwule, lesbische und transgender Menschen weltweit dazu in der Lage waren, um ihre Sozialisation und demgemäß um ihr Leben zu kämpfen, ist es bemerkenswert, mit welchen Erfolgen sich diese globale …

Weiter lesen ...