Kategorie: #DerguteGedanke

Kunst und Politik im Garten

in Erinnerung an Erich Fried (6. Mai 1921 bis 22. November 1988)    Die Beziehung zwischen Kunst und Politik erscheint wie eine zwischenmenschliche Beziehung: sie zeigt sich in zahllosen Dimensionen. Es gibt jene, die die Kunst zu vereinnahmen versuchen, um ihre – meist menschenunwürdige – Politik zu betreiben. Dabei gehen Kunst und Politik eine Beziehung ein wie ein braver katholischer inzestuöser Familienvater mit seiner eignen Tochter, die von ihm zur Geburt von sieben künftigen Pensionszahlern gezwungen wird. Viele missbrauchte Dichter kommen bis zum heutigen Tag zu dem Schluss – wer schweigt, überlebt. Es gibt aber auch jene, die die Politik …

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Ich bin eine Mathe-Schularbeit oder: die Schönheit meines Kopfes

Zu allen Zeiten und überall auf der Welt hat sich ein Teil der Männer und Frauen nach einer intimen Beziehung zu Menschen des eigenen Geschlechts gesehnt. (Robert Aldrich)   Wenn das Gute den Preis des Schlechten kostet – ist es dann noch gut? Ist das Streben nach Glück wirklich so vermessen? Staat und Kirche haben noch nie eine harmonische Ehe geführt und sind seit langem geschieden – warum streiten sie sich noch immer über das Sorgerecht, obgleich die Kinder schon erwachsen sind? Ich kann es nicht verhehlen: das Pathos solcher Fragen gefällt mir. Und zwar so gut, dass mich derartige …

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Heldenhaftes Österreich

Die Überzeugungskraft meiner beiden „Helden für immer“ verblüfft mich auch als Autor manchmal. Wenn etwa Leserinnen und Leser sich mitten in der Nacht die Mühe machen, meinen Namen auf Social-Media-Kanälen zu suchen und mir zu schreiben, dass sie gerade bei der Lektüre meines Buches sind und nicht aufhören können zu lesen. Wenn ich Privatnachrichten Fremder erhalte: „Gerade mit dem Lesen fertig geworden. Tränen in den Augen.“ Wenn mir Besucherinnen und Besucher meiner Lesungen erzählen: „Am Ende wollte ich gar nicht wahrhaben, dass die Geschichte jetzt aus ist.“ Oder aber auch, wenn Kolleginnen plötzlich aufgeregt im Büro vor mir stehen und …

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Markus Jäger mit Verleger Jim Baker auf der Frankfurter Buchmesse / Foto: Marc Lippuner, Querverlag

Felix und Kilian auf der Frankfurter Buchmesse

Ich erlebte meinen ersten Besuch der Frankfurter Buchmesse geprägt von einer seltsamen Erinnerung. Ich ließ mich von den Menschenmassen durch die Gänge tragen und versuchte auf diese Weise und Wellen so zu surfen, dass ich den Stand meines Verlages möglichst bald fand. Der Querverlag empfing mich mit der üblichen literarischen Begeisterung und Fröhlichkeit und ich ließ mir von ihren Eindrücken der letzten Tage berichten und mir erzählen, worin die Signifikanz dieses spektakulären Netzwerkens im Namen der Literatur liegt. Ich trug mein Buch und meine Unterlagen in der neuen Stofftasche unserer neuen Stadtbibliothek, die ich mehrmals ungläubig betrachtete. Es war und …

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Anfang und Ende

Anfang und Ende

Letztlich geht es immer um den Abschied. Abschied von einer Liebe, die keine war. Oder doch? Abschied von einem Menschen, der nicht mehr ist. Oder doch? Ich habe immer an die Liebe geglaubt und wollte allzu oft schon Menschen nicht gehen lassen. Ich tue das auch weiterhin. Und gedenke damit nicht aufzuhören. So wie ich noch immer Worte suche. Worte für die Liebe. Worte für die Menschen. Für alle Menschen. Zusammenleben als Solidarität der Buchstaben. Den Sinn ergeben wir nur gemeinsam. Mit dieser Motivation begann ich vor vielen Jahren mit dem Schreiben. Satz für Satz wühlte ich die Erde auf. …

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