Die Liebe aus den Fugen oder: wer alles will, will nichts

Die Liebe aus den Fugen oder: wer alles will, will nichts

Sven Hillenkamp ist Politologe, Soziologe und Historiker. Und er ist auf allen drei Ebenen auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Wie hält es die Gegenwart mit der Liebe?“ Die Antwort, die er in seinem viel diskutierten Buch „Das Ende der Liebe“ findet, klingt pessimistisch. Die Liebe hat ausgedient.

Weil die Liebe nur noch zu dienen hat. Die globalisierte Gegenwart mit all ihren grenzenlosen Möglichkeiten führt sich dadurch selbst ad absurdum. Sie grenzt uns ein. Auf unsere grenzenlose Freiheit. Wir sind nur noch dabei, die Liebe zu versuchen und wissen beim Versuch, dass ein nächster Versuch noch besseres Potenzial haben könnte. Deshalb versuchen wir es weiter. Und bleiben beim „Versuch“.

Die Liebe wird zu etwas Vorläufigem. Was ihr eigenes Naturell in ein Paradoxon transformiert: „Denn die Menschen können sich zwar sagen, dass sie eine Arbeit nur vorläufig tun, an einem Ort nur vorläufig leben. Doch sie können nicht vorläufig lieben“.

Die durch Klassen, Geschlechter, Sozialisationen etc. errichteten Liebesmauern sind gefallen. Und die daraus resultierende Freiheit lässt die Liebe im Moment ihres historischen Triumphes verschwinden. Weil unsere Suche nicht mehr der Liebe gilt. Sondern nur noch der Suche.

In der Tat vermitteln Sven Hillenkamps durchaus intelligente Gedankengänge einen sehr traurigen Tenor und die Frage, ob die Vernunftehe tatsächlich der Weisheit letzter Schluss sein muss, sollte m. E. im Raum stehen bleiben. Aber die sogartige Schönheit seiner Sprache und die letztlich idealistische Perspektive, die er einnimmt, machen sein Buch zu einer der klügsten Reflexion zum zeitlosesten aller Themen überhaupt.

 

Das Ende der Liebe

 

ISBN 978-3-608-94608-6

 

Nähere Informationen hier.

 

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