Leben und lernen oder: warum es gut ist, dass es gut ist

Leben und lernen oder: warum es gut ist, dass es gut ist

Im Frühjahr 2016 stand ich am Bahnhof und bekam wie aus dem Nichts Schweißausbrüche, Herzrasen und erste Anflüge einer Panikattacke. Im Zug saß ich überaus missmutig und ausgebrannt, mich selbst nur halbherzig beruhigend, und realisierte, dass ich mit Job, Nebenjob und Schreiben zwei Jahre lang ca. 80 Stunden in der Woche gearbeitet habe.

Ein Ausflug nach Stockholm kurze Zeit später wurde zu einem lang überfälligen und heiß ersehnten Tapetenwechsel. Gemütliche Abende mit lieben Freundinnen und Freunden wurden wieder wichtiger für mich. Ich begann eine Therapie und fand eine ganz neue Qualität psychologischer Selbstvergewisserung. Veränderung beginnt als Klischee – nämlich in einem selbst.

Kurz darauf bin ich verblüffend genüsslich in mein 5. Lebensjahrzehnt gestartet. Ein selten entspannter 40. Geburtstag hat mich weiter drüber nachdenken lassen, warum man nicht zwangsweise aus seiner eigenen Haut fliehen muss, nur weil man nichtsdestotrotz ab und zu an der eigenen Entfaltung feilt. Und ich sollte recht behalten: Veränderung hilft.

Im Herbst 2018 halte ich mein Buch in den Händen und unterhalte mich mit Menschen, die von meinem Roman auf unterschiedlichste Weise berührt wurden. Ich beobachte die Umwälzungen in den Leben meiner Lieben und grüße fröhlich Menschen, die mich fragen: „Wie geht’s Dir, Markus?“ Es geht mir gut. Und es ist vollkommen okay, wenn man sich manchmal daran erinnert.

 

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