Mein Abschied von Sozialen Medien oder: die Sehnsucht nach Stille

Mein Abschied von Sozialen Medien oder: die Sehnsucht nach Stille

Die 2010er Jahre waren auch für mich geprägt von einem Glauben. Dem Glauben an die Bedeutung jener Vernetzung, die andere mir als einzig wahre Möglichkeit suggerierten. Auch ich habe Soziale Medien aus nur einem Grund konsumiert. Weil alle es gemacht haben. Ich habe sie privat wie auch beruflich genutzt. Ich habe von einem Account zum nächsten geglaubt nichts sei so wichtig als Teil von etwas zu sein, das mir auch nach zehn Jahren nicht sympathischer wurde.

Der Anspruch war Menschen näher zusammenzubringen. Zumindest habe ich das in meiner Einfalt so in Erinnerung. Wer glaubt, dass Soziale Medien diesen Anspruch erfüllen, ist so naiv wie jemand, der im Theater sitzt und der Meinung ist, das Geschehen auf der Bühne zeige die Wirklichkeit. Das einzig Wirkliche ist und bleibt die Welt als Dschungel und das Internet als Bühne. Und wir alle sind die Stars, die hier herausgeholt werden wollen.

Gerade die Wochen der Covid Pandemie waren in Sozialen Medien geprägt von einer Verbissenheit als wirklich einziger die Welt retten zu können, sodass der Kummer über all die verpatzten Chancen im eigenen Leben beinahe überspielt worden wäre. Aber nur beinahe. Denn jeder Diskussionsbeitrag führt sich zumeist selbst ad absurdum, wenn er nicht mehr ist als ein Schrei nach Liebe. Nach zehn Jahren Sozialen Medien sehne ich mich nach Stille.

 

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2 thoughts on “Mein Abschied von Sozialen Medien oder: die Sehnsucht nach Stille

  1. Oh wie ich dich verstehe! Die Reizüberflutung ist enorm geworden. Höher, schneller, weiter, besser. Ein Stopp tut hier Wunder! Mehr Zeit, mehr Ruhe. Bleib dir treu! Und doch fehlst du mir auf Instagram. 🙂 Liebe Grüsse, Astrid

    • Ja, Reizüberflutung ist das beste Wort dafür. Ich muss gestehen, dass ich es sehr genieße nur noch meine Website zu haben. Und siehe da, auch hier können wir in Verbindung bleiben… :-)! Danke für deine Nachricht und ganz liebe Grüße, M.

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